Praxis Dr. med. Hans-Peter Goldscheid

Arthrose behandeln

Arthrose behandeln

  • Die Arthrose ist eine weitverbreitete Erkrankung der Gelenke. Der nachfolgende Artikel gibt Ihnen einen Überblick über den derzeitigen Stand von Diagnostik und Therapie auf Grundlage der Empfehlungen der Fachgesellschafen und der aktuellen Publikationen.

Arthrosetherapie

Was ist eine Arthrose und wodurch entsteht sie?

Als Arthrose bezeichnet man den Verschleiß eines Gelenkes. Hiervon können alle Gelenke betroffen sein, am häufigsten jedoch das Kniegelenk und das Hüftgelenk.

Eine Arthrose kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Nach einem Unfall kann ein Knorpelschaden verbleiben, der sich zu einer Arthrose weiterentwickelt. Auch eine Überlastung des Gelenkknorpels durch Übergewicht oder eine Fehlbelastung bei Achsfehlstellungen kann zu einem beschleunigten Verschleiß führen.

Neuerdings verdichten sich die Erkenntnisse, die auf einen Zusammenhang zwischen Stoffwechselstörungen bei Diabetes, Übergewicht mit Fettstoffwechselstörungen und anderen inneren Erkrankungen hinweisen.

Die Arthrose verläuft oft lange Zeit unbemerkt. Typischerweise werden durch die Veränderungen im Gelenkknorpel Entzündungsprozesse hervorgerufen die Schmerzen und oftmals einen Gelenkerguss verursachen.
Wie wird eine Arthrose diagnostiziert?

Zuerst erfolgt die körperliche Untersuchung. Hierbei werden das Bewegungsausmaß des Gelenkes, die Bandführung und die Gesamtfunktion der Gliedmaße untersucht. Das Röntgenbild gibt Aufschluss über knöcherne Veränderungen und ermöglicht die Bestimmung des Arthrosestadiums. Bedarfsweise lässt sich mit einer Ultraschalluntersuchung die Entzündungsaktivität und ein evtl. Gelenkerguss feststellen.

Weitergehende Untersuchungen, wie z.B. eine Kernspintomographie, sind besonderen Fragestellungen vorbehalten.


Welche nicht operativen Behandlungsmöglichkeiten bestehen?

Im akuten entzündlichen Schmerzstadium kommen physikalische und medikamentöse Maßnahmen zur Entzündungshemmung zum Einsatz. Neben der lokalen Kühlung und einer vorübergehenden Entlastung, werden Medikamente wie z.B. Diclofenac verwendet. Bei starkem Entzündungsreiz und Schmerzen, können Injektionen mit Cortison und Lokalanästhetika in das Gelenk verabreicht werden. Unter Umständen ist eine Gelenkpunktion erforderlich.

Die Belastung des Gelenkes muss soweit wie möglich normalisiert werden. Hierzu ist ggf. eine Gewichtsabnahme erforderlich. Bei Fehlstellungen und Muskelimbalancen kann eine Bandage hilfreich sein. Ein regelmäßiges angepasstes Bewegungstraining sorgt für die Kräftigung und Balancierung der Muskulatur die das Gelenk führt und stabilisiert.

Durch eine Akupunktur lässt sich der Arthroseschmerz verringern und hierdurch eine verbessere Gelenkfunktion erreichen. Für die Magnetfeldtherapie konnte in verschiedenen Studien eine Schmerzminderung nachgewiesen werden. Auch die Behandlung mit Reizstrom lindert in vielen Fällen Arthroseschmerzen.

Zur langfristigen Behandlung sind entzündungshemmende Tabletten und Kortisoninjektionen aufgrund ihrer Nebenwirkungen, insbesondere am Verdauungstrakt und am Gelenkknorpel, nur eingeschränkt geeignet.

Die Behandlung mit Hyaluronsäureinjektionen führt neben einer Entzündungshemmung und Unterstützung des Knorpelstoffwechsels langfristig zu einer ebenso guten Schmerzreduktion wie wiederholte Kortisoninjektionen. Weiterhin können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel den Knorpelstoffwechsel verbessern und Entzündungsschmerzen reduzieren.

Hierzu stehen verschiedene Präparate in unterschiedlichen Wirkstärken zur Verfügung.
Für einen optimalen Behandlungserfolg ist in der Regel die individuelle und stadiengerechte Kombination verschiedener Behandlungsmaßnahmen erforderlich.


Wann ist eine Operation erforderlich und welche Operationsverfahren stehen zur Verfügung?

Grundsätzlich werden gelenkerhaltende und gelenkersetzende Operationen unterschieden.

An gelenkerhaltenden Operationen sind Gelenkspiegelungen mit Glättung des Gelenkknorpels und Entfernung von freien Gelenkanteilen sowie achskorrigierende Operationen zur Verbesserung und Balancierung der Gelenkbelastung möglich.

Wenn die Arthrose zu einer starken Gelenkverformung und Bewegungseinschränkung geführt hat, oder wenn die Arthroseschmerzen konservativ nicht mehr beherrschbar sind, steht als letzte Möglichkeit der Ersatz mit einem künstlichen Gelenk zur Verfügung.