Praxis Dr. med. Hans-Peter Goldscheid

Achillessehnenbeschwerden

Sehnenbeschwerden

Schmerzen an den großen Sehnen wie z.B. der Achillessehne sind sowohl bei Sportlern als auch bei Nichtsportlern häufig. Beispielhaft werden die Behandlungsmöglichkeiten bei Achillessehnenbeschwerden beschrieben


Schmerzen an der Achillessehne


Schmerzen an der Achillessehne sind weit verbreitet, nicht nur bei Sportlern. Während bei Breitensportlern, insbesondere bei Läufern, jeder zweite irgendwann mit Achillessehnenbeschwerden konfrontiert wird, treten diese Beschwerden auch bei bis zu 10% der Nichtsportler auf.


Wodurch entstehen die Beschwerden?

Schmerzen an der Achillessehne werden häufig als Achillessehnenentzündung bezeichnet. Dies ist jedoch nur teilweise richtig und versperrt den Blick auf die wahre Natur der Erkrankung. Die Ursache von Achillessehnenschmerzen sind in erster Linie Verschleißveränderungen der Sehne. Hierbei wird das gesunde Sehnengewebe kontinuierlich durch ein minderwertiges Ersatzgewebe ersetzt. Im Rahmen der nachfolgenden Entzündungsreaktion entstehen die Schmerzen an der Achillessehne. Unbehandelt kann dies zu einer chronisch schmerzhaften und mechanisch minderbelastbaren Sehne führen. Bei über mehrere Monate andauernden Beschwerden sind die Übergänge zu Sehnenrissen fließend.

Verursacht werden die Beschwerden durch chronische Überlastungen. Dies kann im Rahmen von sportlichen Aktivitäten, aber auch durch Alltagsbelastungen entstehen. So können Fußfehlstellungen, Bewegungseinschränkungen an Gelenken oder z.B. auch Arbeiten in unebenem Gelände hierfür verantwortlich sein.

Die im Verlauf auftretende schmerzhafte Entzündungsreaktion führt dann meistens zum Arztbesuch.


Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Zunächst werden durch die körperliche Untersuchung die Ursachen für die Beschwerden ermittelt. Durch eine anschließende Ultraschalluntersuchung der Achillessehne werden das Ausmaß und das Stadium der Erkrankung bestimmt.


Wie werden Achillessehnenbeschwerden behandelt?

Eine alleinige entzündungshemmende Behandlung mit Spritzen und Tabletten bringt in der Regel nur eine kurzfristige Linderung ohne den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Im ungünstigen Fall kann durch die lokale Gabe von Kortison ein Sehnenriss begünstigt werden.

Die Behandlung besteht immer aus mehreren Anteilen und dauert regelhaft Wochen bis Monate.

- Bei bestehenden Fehlbelastungen kann eine vorübergehende Belastungsreduktion erforderlich sein. Fehlstellungen und
Bewegungsstörungen werden bedarfsweise durch Chiropraktik oder orthopädische Hilfsmittel behandelt.

- Eine gute Beschwerdelinderung sowie ein nachweisbarer Rückgang des entzündeten Gewebes werden durch ein exzentrisches
Krafttraining erreicht. Hierdurch kommt es langfristig auch zu einer Kräftigung der Sehne. Das Training muss konsequent über mindestens 12 Wochen mit tgl. 6 x 15 Wiederholungen durchgeführt werden. Eine vorübergehende Beschwerdezunahme in den ersten 4 Wochen ist normal und sollte nicht zu einer Reduktion des Trainingsumfanges führen.

- Studien haben gezeigt, dass durch die zusätzliche Behandlung mit einer Stoßwellentherapie die Entzündungsreaktion sowie die Stoffwechselprozesse der Sehne positiv beeinflusst werden können.

- Häufig liegen zusätzlich schmerzhafte Muskelverspannungen vor. Diese können bedarfsweise durch eine begleitende Akupunktur behandelt werden.

- Bei Entzündungen des Sehnengleitlagers sind lokale Injektionen möglich

- Die medikamentöse Therapie umfasst entzündungshemmde Substanzen (Diclofenac, Ibuprofen etc.), Medikamente zur Harnsäuresenkung und Substanzen zur lokalen Anwendung.

- Unterstützend kommen Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz, mit dem Ziel der Entzündungshemmung und der Verbesserung der Qualität des Sehnengewebes.


Darf ich mit Achillessehnenbeschwerden Sport treiben?

Die Entscheidung hierzu ist immer individuell. Sie ist abhängig von der Sehenveränderung, der Dauer der Erkrankung und der geplanten Aktivität.

Wann ist mit einer Besserung zu rechnen ?

Sehnengewebe ist von Natur aus wenig stoffwechselaktiv. Veränderung treten nur langsam ein. Auch unter einer optimalen Kombinationstherapie, z.B. mit exzentrischem Krafttraining, Stoßwellentherpie und weiteren Anwendungen, ist häufig nicht vor 3-4 Monaten mit einer wesentlichen Besserung zu rechnen. Dies sollte sie nicht von der Behandlung abhalten. Eine nicht stadiengerechte oder ausbleibende Behandlung kann zu einer wesentlichen Verschlechterung und Chronifizierung, im ungünstigen Fall sogar zu einem Sehnenriss führen.

Werden andere Sehnen ebenso behandelt?

Das genannte Behandlungsschema gilt grundsätzlich für die Erkrankung aller großen Sehnen des Bewegungsapparates.