Praxis Dr. med. Hans-Peter Goldscheid

Was ist Osteoporose

Was ist Osteoporose

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine häufige Stoffwechselerkrankung und betrifft etwa 10 Prozent der Frauen über 60 Jahre. Der Anteil der betroffenen Männer ist etwas geringer. Beim gesunden Menschen ist der Knochen im permanenten Umbau. Das bedeutet, Knochenneubildung und Knochenabbau stehen in einem harmonischen Gleichgewicht. Bei Osteoporose hingegen wird entweder zu wenig Knochen gebildet oder der Knochen vermehrt abgebaut. Dieser Substanzverlust schwächt die Knochen. Sie sind im Vergleich zu den Knochen gesunder Menschen durch ihre geringere Knochendichte weniger belastbar und daher auch anfälliger für Brüche.

Was passiert im Knochen?

Der Knochen ist bei weitem kein statisches Gebilde. Vielmehr befindet er sich in einem ständigen Umbau. Für diesen sind zwei Zellarten verantwortlich:
Osteoklaste
Osteoblasten
Die Osteoklasten bauen Knochen ab, während die Osteoblasten für den Wiederaufbau von Knochensubstanz sorgen.
Beide Zelltypen stehen normalerweise miteinander im Gleichgewicht. Sobald Knochen abgebaut wird, wird er auch wieder aufgebaut – ein ausgeglichenes Wechselspiel.
Überwiegt in späteren Lebensjahren die Aktivität der Osteoklasten, kommt es verstärkt zum Knochenabbau. Bei jedem Umbauschritt wird immer etwas zu wenig neue Knochensubstanz gebildet. Über die Jahre hinweg addiert sich dies zu einem so großen Verlust, dass die innere Struktur der Knochen geschwächt und damit anfällig für Brüche wird. Dies führt zur Entstehung von Osteoporose.

Was sind typische Symptome?

Osteoporose ist eine still verlaufende Krankheit, die sich zunächst ohne bemerkbare Symptome entwickelt. Die eigentliche Ursache der Erkrankung, also die Verringerung der Knochendichte, ist nicht mit Schmerzen verbunden.

Häufig wird die Erkrankung deshalb erst im späten Stadium entdeckt, wenn ein Knochen bricht. Brüche treten vor allem an den Wirbelkörpern, aber auch an der Hüfte, am Oberschenkelhals und an den Unterarmen auf. Bereits das Heben kleinerer Lasten oder das Abrutschen von einer Treppenstufe können im vorgerückten Krankheitsstadium zu Wirbelkörperbrüchen führen. Oft werden Wirbelkörperbrüche nicht bemerkt oder der damit verbundene Schmerz als Hexenschuss fehlgedeutet.

Im weiteren Verlauf können die Symptome der Osteoporose äußerst schmerzhaft werden und die Bewegungsfähigkeit der Patienten stark einschränken. Mangelnde Bewegung führt wiederum zu Kreislaufproblemen, so dass sich der Gesundheitszustand und das Allgemeinbefinden des Osteoporose-Patienten graduell immer weiter verschlechtert.

Wie wird Osteoporose erkannt?

Eine frühe Diagnose ist entscheidend für eine erfolgreiche Osteoporose-Therapie. Die Knochendichte-Messung ist die beste Möglichkeit, Osteoporose bereits in einem frühen Krankheitsstadium zu erkennen bzw. das Risiko einer Erkrankung bereits im Vorfeld zu prognostizieren. Die Vorteile dieses Messverfahrens sind zum einen die hohe Präzision und eine genaue Ergebnisermittlung. Zum anderen setzt die Messung den Organismus einer vergleichsweise geringen Strahlenbelastung aus. In Sonderfällen werden Computertomographie und Ultraschallverfahren eingesetzt.
Die Knochendichtemessung liefert folgende Informationen:
Risiken einer späteren Osteoporose
Rate des Knochenverlustes in Kontrollmessungen
Dokumentation der Wirksamkeit der Behandlung

Welche Therapie hilft?

Im Vordergrund einer zielgerichteten Therapie stehen die sofortige und ausreichende Schmerzbehandlung sowie die Gabe knochenaufbauender Substanzen. Neben der medikamentösen Therapie können auch physikalische Behandlungen, wie z. B. Kälteanwendungen, eingesetzt werden.
Ergänzend zur Schmerztherapie ist unbedingt eine Veränderung der Lebensweise erforderlich. Dazu gehört insbesondere eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und die Umstellung der Ernährung auf eine kalziumreiche Kost. Außerdem sollten Betroffene gezielt Sport treiben, um ihre Muskulatur zu kräftigen, ihre Beweglichkeit zu steigern und zu lernen, das Risiko von Stürzen zu vermeiden.
Häufig reichen aber bei schwerer Osteoporose eine Ernährungsumstellung und Bewegung allein nicht aus. Dann werden die notwendigen Mengen an Kalzium und Vitamin D über Medikamente zugeführt. Bestehen bereits Knochenbrüche, muss deren Heilung unterstützt werden. Dies geschieht meist mit Hilfe von Kalzitoninen oder Bisphosphonaten, die einen Nettozuwachs an Knochenmasse bewirken, indem sie den übermäßigen Knochenabbau vermindern.
Die Kosten einer Osteoporosebehandlung werden von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten für Vorsorgemaßnahmen müssen in der Regel vom Patienten selbst gezahlt werden.

Wann ist ein Arzt gefragt?

Durch eine frühzeitige Diagnose und Therapie der Osteoporose ließe sich bei vielen Patienten die Schwere des Krankheitsverlaufs deutlich abschwächen.

Deshalb sollten Sie, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, mit Ihrem Arzt über weitergehende Untersuchungen sprechen, um eine mögliche Osteoporose abzuklären:

Ich bin mehr als 4 cm kleiner geworden.
Ich habe plötzlich und über Wochen anhaltende Rückenschmerzen.
Ich habe in den letzten Jahren ungewollt mehr als zehn Prozent meines Körpergewichts abgenommen.
Ich hatte nach meinem 50. Lebensjahr einen Knochenbruch.
Ich bin im letzten Jahr ohne Einwirkung äußerer Kräfte gestürzt.
Ich bin überschlank, mein Body Mass Index liegt unter 20.